10 Tools, die Webentwickler wirklich jeden Tag benutzen
Das echte Tages-Toolkit eines Webentwicklers — vom JSON-Formatieren bis zum Regex-Testen und Code-Minifizieren.
Es gibt Tools, die "ganz nett" sind, und dann gibt es die, die man jeden einzelnen Tag öffnet. Die in der Lesezeichen-Leiste stehen. Die man noch vor dem ersten Kaffee benutzt.
Hier sind die 10 Tools, die im Arbeitsalltag eines Webentwicklers wirklich auftauchen — und wie sie in echten Workflows zusammenspielen.
1. JSON-Formatter — Das Erste, was man öffnet
Jede API-Antwort, jede Config-Datei, jeder Webhook-Payload. JSON formatiert man heute mindestens fünfmal. Das ist keine Vermutung — das ist Webentwicklung.
API liefert einen Blob? Einfügen. Request-Body debuggen? Einfügen. Payload eines Kollegen prüfen? Genau.
2. Regex-Tester — Denn niemand lernt Regex auswendig
E-Mail-Formate validieren. Logdateien parsen. IDs aus URLs extrahieren. Jedes Mal denkt man "das sollte ich inzwischen können." Jedes Mal öffnet man den Tester.
Der echte Workflow: Muster schreiben → mit Testdaten ausprobieren → anpassen, bis es passt. Schneller als so zu tun, als würde man Lookahead-Syntax kennen.
3. Base64-Encoder/Decoder — Häufiger als man denkt
Kleines Bild in CSS einbetten? Base64. Auth-Token-Payload dekodieren? Base64. Binärdaten über eine JSON-API senden? Wieder Base64.
Typischer Ablauf: JWT aus dem Auth-System erhalten, Base64-Payload dekodieren, Claims prüfen, feststellen dass das Ablaufdatum falsch ist, Token-Generierung korrigieren. Ein ganz normaler Dienstag.
4. Farbkonverter — Brücke zwischen Design und Code
Der Designer schickt #c96442. Dein CSS braucht rgb(). Die Animationsbibliothek will hsl(). Die Tailwind-Config erwartet Hex. Pro Feature konvertiert man Farben mehrfach.
5. Code-Minifier — Das Ritual vor dem Deployment
Vor dem Push in die Produktion: JavaScript und CSS minifizieren. Kleinere Bundles, schnellere Ladezeiten. Der Unterschied zwischen 3 Sekunden und 1,5 Sekunden Seitenladezeit.
6. URL-Encoder — Wenn Query-Strings seltsam werden
Benutzereingaben über URLs übergeben? Sonderzeichen in API-Parametern? Ohne korrektes Encoding brechen Dinge still und leise. Der schlimmste Bug-Typ — funktioniert in der Entwicklung, scheitert mit echten Nutzerdaten.
7. UUID-Generator — Für jede neue Entität
Neuer Datenbank-Eintrag, Session-ID, API-Key-Platzhalter? Man braucht eine UUID. Schnell, einzigartig, keine Kollisionen. Dauert zwei Sekunden, macht man aber dutzende Male pro Woche.
8. Hash-Generator — Prüfsummen und Integrität
Dateiintegrität überprüfen, Cache-Keys generieren, Inhalte ohne Speicherung vergleichen. SHA-256-Hashes tauchen in Build-Pipelines, CDN-Konfigurationen und Subresource-Integrity-Tags auf.
9. JWT-Decoder — Auth-Flows verstehen
Wenn die Authentifizierung nicht funktioniert, ist die erste Frage immer: "Was steckt im Token?" JWT dekodieren, Claims prüfen, abgelaufenen Timestamp finden. In 30 Sekunden gelöst statt 30 Minuten raten.
10. Zeichenzähler — Die unsichtbare Beschränkung
Meta-Descriptions (unter 160 Zeichen), Tweet-Längenbegrenzung, Datenbankfeld-Constraints, Commit-Messages. Man zählt Zeichen öfter als man denkt, besonders bei Copy, die in bestimmte Grenzen passen muss.
Wie diese Tools zusammenhängen: Ein echter Workflow
So sieht eine typische Debug-Session aus:
- API liefert unerwartete Daten → JSON formatieren zum Lesen
- Seltsamer Feldwert gefunden → Base64 dekodieren um den Inhalt zu sehen
- IDs aus der Antwort extrahieren → Regex-Muster schreiben
- Korrigierten Request mit encodierten Parametern bauen → URL-Encoding
- Fix deployen → vor dem Deployment Code minifizieren
Das ist kein hypothetisches Szenario. Das ist ein Mittwochnachmittag.
Es geht nicht um die Tools — es geht um den Flow
Einzelne Tools sind simpel. Der Wert liegt darin, wie sie zusammenwirken. Wenn man sofort formatieren, dekodieren, validieren und encodieren kann, wird Debugging von frustrierend zu systematisch.
Man hört auf zu raten und fängt an zu sehen.
Das beste Toolkit ist nicht das schickste. Es ist das, nach dem man greift ohne nachzudenken — das, welches Reibung aus der echten Arbeit entfernt. Diese zehn als Lesezeichen speichern. Man wird sie morgen wieder brauchen.